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Als ich den obigen Tweet das erste Mal las, winkte ich ihn ohne Bedenken einfach durch. Armer Allergiker, dachte ich noch bei mir. Doch halt, Moment mal! Hier stimmt doch irgendetwas nicht.

Bibelzitierende Friedensaktivisten machen doch “Schwerter zu Pflugscharen” – also aus etwas Schlechtem etwas Gutes. Aus einer tödlichen Hiebwaffe soll ein hilfreiches Erntegerät gemacht werden, das hat Sinn.  Aber was stattdessen macht @davidhug in seinem Tweet? Er fordert, aus holzigen Pflanzen, die nicht nur positive optische Effekte auf unser Landschaftsbild haben, sondern uns zudem Schatten und Sauerstoff spenden, die Lebensraum für unsere zwitschernden Federfreunde sind und uns Äpfel, Birnen und Kokosnüsse schenken, einfach ein Zuhause für Kohlenstoffdioxidschleudern machen. “Bäume zu Parkhäusern” – abgesehen von statischen Unwägbarkeiten, die dieses Umbauvorhaben mit sich brächte: Wo bleibt die Verantwortung für kommende Generationen, wo doch schon heute Großstadtkinder kaum in der Lage sind, Hochgaragen von Birken, Eschen und Eiben zu unterscheiden?

Bei allem Mitgefühl für den vom Niesen, Jucken und Tränen geplagten Autor – mit seinem Tweet hat er  den Bogen überspannt. Allenfalls könnte man als geneigter Leser Verständnis für den heuschnupfengeplagten @davidhug aufbringen, forderte er die Transformation von für ihn unerträglichen Pollenstreuern in Ruderboote, Wandergitarren oder Laubsägearbeiten. Mehr Stauraum für luftverschmutzende Fortbewegungsmittel – darauf hätte bei gründlicher Überlegung auch unser Autor kommen können – konterkariert sogar das von ihm ursrpünglich angestrebte Ziel der Luftverbesserung. Mehr Parkhäuser werden nur gebaut, wenn es mehr Autos gibt. Und mehr Autos bedeuten mehr Luftverschmutzung und in letzter Konsequenz mehr Asthmaanfälle, die unser Autor doch eigentlich mit dem Rückbau der Botanik zu vermeiden versuchte. Bleibt also abschließend die alles entscheidende Frage: Was bitteschön sind ein paar fröhlich fliegende Pollen gegen dichten, über der Stadt hängenden Smog?

In der Schule hieße es vermutlich: Thema verfehlt, Note sechs, setzen. Wir sagen: Dieser Autor hat ein großes Potential. Leider gelang es ihm in dem besprochenen Tweet noch nicht, dieses auch vollständig zur Entfaltung zu bringen.

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Also ich finde: