Auch bei Männern lassen sich mit zunehmendem Alter körperliche Unzulänglichkeiten nicht mehr verbergen: Mann bekommt einen Bauch, beginnt zu schnarchen, schwitzt übermäßig viel und es wachsen einem Haare in der Nase. Das beginnt ungefähr ab einem Alter von 30 Jahren.
@jkleske ist dieses Phänomen nicht unbemerkt geblieben und hat sich, um den Wucherungen entgegenzuwirken, im Elektronikkaufhaus seines Vertrauens einen Nasenhaarschneider bestellt. Bei Betrachtung seines Profilbildes könnte der aufmerksame Leser anmerken, dass hierin eine gewisse Schizophrenie begründet liege: Einerseits schenkt er dem zarten Haarwuchs in seinem Riechorgan so große Bedeutung, dass er dem hierfür bestimmten Rodungsgerät einen ganzen Tweet widmet, andererseits trägt er einen merkwürdigen Bart. Der Twitkriter hingegen vertritt die Auffassung, dass die Prioritäten hier gut und richtig gesetzt wurden. Wie würde @jkleske anderherum mit meterlangem Nasenhaar, aus dem man einen Zopf binden könnte, aussehen, während seine Wangen glatt rasiert gleich einem Babypopo erschienen?
Im zweiten Teil des Werkes widmet sich der Autor der Post-Moderne: keine Postfiliale, die bereits um 16 Uhr Feierabend macht, nachdem von 12-15 Uhr Mittagspause war, kein langwieriges Schlangestehen, keine Schalter, die gerade dann geschlossen werden, wenn man an der Reihe ist, kein unfreundlicher Postbeamter, der das gesuchte Paket nicht finden kann. In der Post-Moderne entnimmt man einfach rund um die Uhr seine mit Nasenhaarschneidern gefüllten Pakete unter Zuhilfenahme einer scheckkartengroßen Plastikkarte aus einem Automaten. Das ist die Zukunft.
Dieser Tweet zeichnet sich zwar nicht durch sprachliche Raffinesse aus, aber er vermag es, ein bißchen Optimismus in unsere triste Welt zu tragen. Der Leser spürt geradezu die Vorfreude des Autors auf die Entgegennahme des Paketes und sehnt sich ebenfalls nach einer Welt ohne Nasenhaare und Warteschlangen.














