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Jeder Mann, der eine Frau an seiner Seite weiß, kennt diese Situation: Während er nur immerzu den größten Bogen um sämtliche Niederlassungen des Schuheinzelhandels zu machen pflegt, wird sie geradezu – wie von magischen Kräften – in ebendiese hineingezogen. Manchmal gelingt es ihr dann, ihn mit in das Geschäft zu ziehen. Dann sagt sie mit bedeutungsvoller Stimme, als hänge das Wohlergehen der gesamten Welt davon ab, dass sie noch unbedingt ein paar rote Halbschuhe (wahlweise Stiefel mit einem Engschaft oder Weitschaft) benötige und guckt plötzlich ganz verzückt, während sie den Schuh der Begierde aus dem Regal holt, und damit beginnt, liebevoll an diesem herumzunesteln, und ein Auge bereits mit größter Intensität nach der Schuhwerkfachverkäuferin Ausschau hält, die doch bitte schnellstmöglich das dazu passende zweite Exemplar aus dem Lager holen möchte, um das Paar dann beschwingt und mit federndem Gange zu probieren. Er guckt dann an ihr herunter und sagt mit ernster Stimme “Aber du besitzt doch bereits drei Paar rote Halbschuhe (wahlweise Stiefel mit Engschaft oder Weitschaft)” und wendet sich augendrehend und hilflos ab, weil er genetisch bedingt nicht nachvollziehen kann, wozu ein Mensch vier Paar rote Halbschuhe (wahlreise Stiefel mit Engschaft oder Weitschaft) benötigen könnte.

Ob dieses Phänomen auch auf @schuehsch zutrifft, erschließt sich uns bei der Lektüre dieses Tweets nicht – aber es könnte so sein. Gewiss ist jedoch, dass zu den hervorstechenden Charaktereigenschaften der Autorin eine Vorliebe für ausgefallene Schuhmode zählt, denn welcher Durchschnittsschuhträger kann schon ein grünes Modell sein Eigen nennen?

Was aber nun ist das Besondere an diesem – sprachlich recht schlicht komponierten – Tweet? Das Besondere ist die Freundschaft. Die möglicherweise latent vergessliche Schreiberin verlässt sich in einem für sie anscheinend wichtigen, wenn nicht sogar lebenswichtigen, Anliegen, nämlich dem Erwerb eines Paares grüner Schuhe, voll und ganz auf ihre Followers. Das ist mutig und zugleich ein großer Vertrauensbeweis. Sie weiß, dass sie sich auf ihre Twitter-Freunde verlassen kann und dass sich unter ihnen keine – oder zumindest nicht ausschließlich – Wesen mit fehlendem Schuh-Chromosom befinden, die @schuehschs Verlangen nach einem Grünschuh durch ein Unterlassen der erbetenen Erinnerung boykottieren könnten. Sie ist sich der kommenden gezwitscherten Gedächtnisstütze sicher und bedankt sich – wenn auch nur mit einer rudimentären Bitteschön-Dankeschön-Attiüde – sogar im Voraus. Die Form des Dankes wollen wir der Autorin jedoch nicht entgegenhalten, ist diese sicher nur dem auf 140 Zeichen stark begrenzten Raumes geschuldet.

Dieser Tweet zeigt uns anhand einer eben nur scheinbar alltäglichen Banalität, dass es auf Twitter nicht nur oberflächliches Gezwitscher gibt, sondern dass auch die wahre Freundschaft hier ihren Platz hat – gerade das macht diesen Tweet so wertvoll.

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

FrauvonWelt

Bester Herr Bosch,
ich war bereits Frau an manch einer Mannesseite, aber ins Schuhgeschäft bin ich noch immer allein. Ich kauf meine Schuhe allein, ich trag sie allein und ich bezahle sie auch allein. Basta. Mich ans Schuhekaufen erinnern gleicht dem Vorsatz, mich ans Kaffeetrinken erinnern zu wollen. Völlig zwecklos. Der Kaffee ist schon getrunken, respektive die Schuhe schon gekauft, bevor Mann bemerkt, dass seine Kreditkarte futsch ist. Hoho.
Und der schelmischen Frau schuehsch glaub ich kein Wort. Erinnern an grüne Schuhe? Nie im Leben muss sie erinnert werden. Lesen wir die grünen Schuhe doch als Metapher. Übersetzt hieße der Satz dann ungefähr so: Kann mir bitte endlich jemand sagen, dass mir eine hoffnungsvolle (grüne) Zukunft (Schuhe, Vorwärtsgehen) bevor steht! Frau schuehsch befindet sich also aktuell in einer seelischen Schieflage. Sie braucht Hoffnung. Ihr geht es schlecht! Warum versteht das denn keiner? So helft ihr doch endlich. Weiß jemand wo sie wohnt? Es muss sofort jemand hin. Vielleicht ist sie schon gesprungen. Herrje, hier versagt dann man wieder dieser ganze virtuelle Quatsch. Da geht es jemandem hundeelend und man kann nicht helfen.
Bester Herr Bosch, eines sagen ich Ihnen noch: Wenn Frau Schuhe kauft, geht es ihr gut. Wenn sie drüber spricht, geht es ihr schlecht! Und Frauen, die ihre Männer in Schuhgeschäfte schleifen… ohoh.

Ich wünsch Ihnen einen schönen Tag und der werten Lady schuehsch baldigen Schuhkauf!

Herzlichst
Ihre FrauvonWelt

Gepostet von FrauvonWelt am 12. Juni 2008 um 10:00.
Cara

Wenn mich überhaupt irgendein irdisches Wesen dazu bringen könnte, meine [zensiert] oder politische Einstellung zu überdenken, dann wäre es FrauvonWelt.

Blessed be ! (Autor + Kommentatorin)

Gepostet von Cara am 12. Juni 2008 um 10:26.
schuehsch

*lach* Sehr hübsch :)

Lieber Bosch, sei bedankt!

Liebe FrauvonWelt,
ich kann Sie beruhigen: mir geht es seelisch wie auch körperlich hervorragend. Tatsächlich dachte ich bereits häufiger an einen Grünschuhkauf, vergaß ihn aber tatsächlich immer wieder, weil dringendere Projekte wie ein Rotpullikauf vorgezogen werden mussten.
Tatsächlich ist das in meine Followerschaft gesetzte Vertrauen nicht enttäuscht worden. Ich bekam bereits Erinnerungen geschickt und Begleitung angeboten. Tatsächlich gehe ich aber am liebsten alleine Schuhe kaufen. Geht dann einfach schneller…
Nun habe ich mehrere Versuche unternommen, tatsächlich grüne Schuhe zu erwerben scheiterte aber entweder an zu kleinem Budget oder an zu ausgefallenen Vorlieben. Aber ich bin mir sicher: Das wird!
Mit den besten Wünschen,
schuehsch

Gepostet von schuehsch am 13. Juni 2008 um 15:25.
lady-kinkling

ad FrauVonWelt: Wenn man rote (resp. grüne) Schuhe braucht, braucht man nunmal rote (resp. grüne) Schuhe. Und wenn der Mann gerade beim Passieren eines Schuladens dabei ist, kommt er eben mit hinein, warum auch nicht.

ad schuehsch: Genau so. Wie kann man sich alle Schuh- und weitere Farben, die auf der Bedarfsliste stehen, merken! Da kommt man bisweilen durcheinander. Viel Erfolg bei der Suche!

Gepostet von lady-kinkling am 14. Juni 2008 um 23:35.
miss_z

Ich schließe mich meiner Vorgängerin an. Zu der “normalen” Garnitur -sowohl Winter-als auch Sommerschuhe- in braun, schwarzlack, schwarz, bordeaux, dunkelblau, grün, und orange gehören sicher noch gelbe, lila, rosa, beige, anthrazit, pistaziengrüne etc. dazu. Eng- oder Weitschaftstiefel? Egal ( ähm, manchmal egal ). Müssen halt zur übrigen Garderobe passen. Die passenden Handtaschen und Uhren nicht zu vergessen. Mal ehrlich, wer hat den größten Spaß an den Schuhen? Die Damen, die sich in alles reinzwängen, was geil ist oder die Herren an ihrer Seite?: *lechz.

Gepostet von miss_z am 16. Juni 2008 um 14:02.