Die Ereignisse in diesem Blog kommen Schlag auf Schlag – heute gibt es an dieser Stelle eine Premiere aus dem Taubenschlag. Unser erster Gastautor @jufjufjufjuf @Vergraemling ist im richtigen Leben Taubenvergrämer aus Leidenschaft. Karl Valentin sagte mit Blick auf ihn: “Taubenvergrämen ist schön, macht aber viel Arbeit.” Die Ergebnisse seiner Taubenvergrämungsbemühungen dokumentiert unser Gast regelmäßig in seinem Weblog benefitz.de.

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Das Schlimmste an Twitter ist der seelische Druck. An dem kategorischen Imperativ, etwas möglichst Geistreiches, Witziges oder Inspirierendes zu schreiben, zerbrechen viele empfindsame Schreiber. Gepeinigt von Fragen wie „Werden die ganzen coolen digitalen Bohèmes ob meines Tweets nur die Nase rümpfen?“, „Wie viele Follower werden nach meiner peinlichen 140-Zeichen-Message nun wieder abspringen?“ oder „Was soll das hier eigentlich?“ haben schon viele Twitterer kurz vor Aktivierung des „Send“-Buttons die virtuelle Notbremse gezogen. Dadurch sind dem Twitterversum bereits unzählige tolle Sätze und interessante Gedanken verloren gegangen. Optimistische Schätzungen gehen von mindestens 3 bis 4 aus.

@bjoerngrau kennt diese alarmierenden Zahlen auch. Und er hat etwas dagegen getan. Entschlossen setzte er sich vor seinen Computer und ersann in 3 Wochen harter Arbeit einen Tweet, den sich selbstzweifelnde Twitterer als Bildschirmhintergrund laden sollten. Björn Grau war so selbstlos, mit seinem Beitrag die geschmackliche Messlatte für 140 Zeichen ganz tief zu setzen. Ganz, ganz tief. Das ganze dann noch für größtmögliche Aufmerksamkeit in das Kostüm einer Userbefragung gepackt und ab damit.

Konnte der Leser zunächst annehmen, es sei die Lust an der Provokation, die Björn getrieben hat, wich dieser Gedanke schnell der Einsicht: Oh, nein! Björn beabsichtigt vielmehr Twitter einen selbstlosen Dienst erweisen, der dieser Online-Plattform schon bald noch mehr User zuführen wird. Auch der letzte RTL2-Zuschauer wird merken: „Hey, hier kann ja auch ich twittern!“ Björns Botschaft in die weite Welt: „Hey, wir sind’s doch nur! Hier ist nicht alles Arte!“

Viele Fast- und Möchtegern-Twitterer atmen nun erleichtert auf, tippen schmerzbefreit ihre Buchstabenfolgen ein und drücken glücklich den Send-Button. Der Text geht um die Welt. Und zwischen den Zeilen jedes noch so geschmacklosen Beitrags lesen wir: „Danke, Björn!“

Hoffen wir, dass Björns Kampagne zur Demokratisierung von Twitter weitergehen wird. Gerüchten zufolge arbeitet er bereits an weiteren heiklen Fragen. Darunter unter anderem:

Mal ehrlich, wer von Euch putzt mit der Klobürste seine Zähne?
Im Ernst, wer von Euch denkt beim Onanieren an Verwandte?
Hand aufs Herz: Wer versucht in seinen Bremsspuren im Klo Figuren zu sehen?

Danke, Björn!

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

jo_hh

Na, da hat doch einer, der sich ersichtlich als “cooler digitaler Bohèmien” (sic!) empfindet, der von ihm selbst vordergründig angeprangerten Schere im Kopf aufs allerschönste weiteren Vorschub geleistet…

Gepostet von jo_hh am 29. Mai 2008 um 12:51.
huck

er frug auch schonmal ob man vom klo aus twittere. da hätte ich fast “ja” geschrieben, habe es aber dann doch gelassen. man macht sich ja schnell unmöglich.

Gepostet von huck am 29. Mai 2008 um 12:58.
litchi7

Björn scheint so beschäftigt zu sein, dass er ab und zu “Multitasken” muss – aber so lange er nicht gleichzeitig seine Buntwäsche mit erledigt, ist ja alles gut. Danke jufjufjufjuf für die Aufklärung.

Gepostet von litchi7 am 29. Mai 2008 um 13:28.
@moeffju

Der Button heißt “Update”. Ts.

Gepostet von @moeffju am 29. Mai 2008 um 14:44.