@rednix ist ein Urgestein der Twittersphäre. Seit dem 27. Januar 2007 hat er fast 7.000 mal die Frage “Was machst Du gerade” beantwortet. Doch macht ihn diese hohe Tweetfrequenz auch zu einem guten Twitterer? Dieser Frage wollen wir in unserer heutigen Betrachtung seines gezwitscherten Lebenswerkes auf den Grund gehen.
Seine Anfänge auf Twitter erschienen eher beschwerlich:
Rudimentäre Tätigkeits- und Befindlichkeitsangaben jenseits von raffinierten Satzkonstruktionen und Wortakrobatik zeichnen seine ersten Veröffentlichungen aus. Die ersten Kapitel seines Werkes wirken, als hätte man einem Kleinkind zum ersten Mal einen Satz Bauklötze in die Hand gedrückt. Naturgemäß weiß das Kind zunächst nichts mit ihnen anzufangen und probiert sie zunächst aus. Einen ähnlich versuchsfreudigen Charakter weisen rednix’ erste Versuche auf – nicht ohne dabei eine gewisse Tendenz zur Ungeduld mit dem neuen Medium an den Tag zu legen.
Die experimentelle Frühphase seines Schaffens setzt sich noch etwa zwei Monate fort, bis der Autor schließlich seine wahre Bestimmung findet:

Beim Kaffeetrinken in einer amerikanischen Kaffeebarkette läuft rednix schließlich zur Höchstform auf und gewinnt zunehmend an Profil. Fortan vergeht kaum ein Tag, an dem nicht dem Starbucksgenuss gefrönt wird. Doch wie jede Leidenschaft, die exzessiv betrieben wird, hat auch der überdurchschnittliche Kaffeekonsum seine Schattenseiten:

Als langjähriger rednix-Abonnent weiß man, dass das schwarze Koffeingebräu auch irgendwann wieder aus dem Körper heraus muss, und meint, sich vor diesem Hintergrund an unzählige Tweets, welche seinen Gang zur Herrentoilette dokumentierten, zu erinnern. Möglicherweise handelt es sich hier lediglich um das Phänomen der “gefühlten Erinnerung”. Die einschlägigen Tweet-Suchmaschinen jedenfalls vermögen weder zum Suchbegriff “pullern”, noch zu “pinkeln” verwertbare Ergebnisse, die im Zusammenhang mit unserem Autor stehen, zu liefern. Einen manipulativen Eingriff in die Tweethistorie jedoch möchten wir ausdrücklich ausschließen, da wir uns von einem redlichen rednix ein solches beim besten Willen nicht vorstellen könen. (Anm. d. Redaktion: Die Bestätigung, dass es sich um eine vorübergehende technische Störung der Suchmaschinen handelt, lag uns bis zum Redaktionsschluss nicht vor.)
Um seine derzeit 750 Follower nicht zu vertreiben, weiß rednix gekonnt den eintönigen Kreislauf von Kaffeezufuhr und -entsorgung immer wieder durch die überaschende Einstreuung von gelungenen Lakonietweets zu durchbrechen:
Mit derartigen Beiträgen gelingt es ihm, sämtliche Strömungen in seiner Leserschaft zu beglücken. Vegetarier, Inkontinente, Teetrinker und Katzenhaarallergiker gratulieren einander nach solch gelungenen Wortmeldungen regelmäßig zu ihrem rednix-Abonnement.
Wie sich gezeigt hat, ist der Autor nicht zu Unrecht umstritten. Aber gerade, dass man sich an seinen Tweets auch reiben kann, macht für seine Leser den Charme aus. Eines kann man ihm jedoch gewiss nicht vorwerfen:












4. Mai 2008 um 19:36
Ergreifend, treffend – und so wahr! Danke für diese meisterhafte Analyse.
4. Mai 2008 um 20:55
hach. was soll ich sagen. bin geschmeichelt. oder so. :)
4. Mai 2008 um 21:54
tweets der existenziellen art :-)
5. Mai 2008 um 23:38
und noch ein Twitterer, der seinen Zuhörern unbedingt erzählen muss wie toll es auf dem Klo ist…
Warum sowas jemand wissen wollen sollte entzieht sich meiner Erkentnis, ich würde dann doch eher auf Dinge mit mehr Informations- oder wenigstens Unterhaltungswert setzen.
Für inhaltsfreie Unterhaltungen gibt es IRC, da kennt man die Leute wenigstens nach ner Weile und liest nicht einfach was jeder Depp, weltweit grade in seiner Kloschüssel gefunden hat.
6. Mai 2008 um 01:19
So wie ich dieses Getwitter begriffen habe stellt sich keiner der Nutzer wirklich die Frage ob überhaupt und wer denn gerade etwas wissen will. Es ist ein Push Medium und aus diesem Grund sind auch die Klosett Meldungen ziemlich naheliegend. Sowohl bei Twitter wie auch auf dem Abort wird nämlich ohne vorige Anfrage und rücksichtslos durch die Leitung nach aussen gepresst. So ist das. Und ihr wisst das es stimmt.
6. Mai 2008 um 08:36
[...] auf Twitter auch spannende Dinge statt. Und mittlerweile gibt es auch Twitter-Kritiker, die eine Medienlesen machen. Es ist herrlich, dass man nicht alles Ernst nehmen muss und sich an solchen Dingen erfreuen [...]
6. Mai 2008 um 09:39
wenn man generell etwas verhärmt ist, dann bietet sich twitter nicht an, dann sollte man sich ans fax-gerät stellen und warten.
6. Mai 2008 um 12:29
Wenn Blogs die Klowände sind, was ist dann Twitter? Die Schüssel? :D
6. Mai 2008 um 12:50
@azrael: Also einerseits gab es allles wichtige im Netz in der Tat schon vor dem WWW. Anderereseits gibt es sogar Leute, die Twitter doof finden und dieses Blog nicht nur lesen sonden in diesem Blog auch noch kommentieren. erklär DAS mal einem ;)
6. Mai 2008 um 22:17
@oliverg
natürlich gab es alles wichtige schon vor dem www aber usenet und irc waren wohl einigen nicht bunt und nutzerfreundlich genug.. kann ich denen nicht wirklich übel nehmen aber die einstellung muss ich auch nicht teilen. (btw. sicher auch eher zufall, wenn man die clients so stark weiterentwickelt hätte wie die www-clients würde das ganze evtl. anders aussehen)
Ich finde Twitter übrigens nicht doof, ich halte nur das sinnlose gezwitscher vieler alpha-blogger ziemlich sinnlos.
Für mich selbst gibt es aber abseits dessen noch genug Anwendungen für Twitter, z.b. als zeitnäherer Ersatz zu RSS/Atom. (zumindest wenn man Twitter über Jabber verwendet)
7. Mai 2008 um 03:39
links for 2008-05-07…
blogoscoop » Ein neuer Server und Platz für Banner
(tags: icommented barcampbodensee)
BodenseePeter » Blog Archive » Ratiodrink? Endlich!
(tags: icommented bodensee wasser)
@rednix: Zwischen Starbucks und Herrenklo at twitkrit
…
7. Mai 2008 um 10:44
[...] Nico Lumma unter in der Twitkrit [...]
18. Januar 2009 um 23:38
[...] sich noch einmal durch meine Timeline seit Ende Januar 2007 zu wühlen. Der daraus entstandene Text @rednix: Zwischen Starbucks und Herrenklo at twitkrit hat mir dann erstmal die Worte genommen, ja auch das kommt vor, auch wenn es selten ist. [...]