freval-tweetkritik
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Um diesen Tweet in seiner microliterarischen Gänze zu begreifen, muss man sein Augenmerk auf das Hashtag richten. Es ist das im Hashtag verborgene Wort “onomatopoetika” welches diesen ganz besonderen Tweet so wertvoll macht.

Das Verständliche an der Sprache ist nicht das Wort selber, sondern Ton, Stärke, Modulation, Tempo, mit denen eine Reihe von Wörtern gesprochen wird, kurz, die Musik hinter den Worten, die Leidenschaft hinter dieser Musik, die Person hinter dieser Leidenschaft: alles das also, was nicht geschrieben werden kann (Friedrich Nietzsche)

@freval gelingt hier der für mich bisher beste Lobgesang auf Twitter, indem er den Begriff der Belanglosigkeit ketzerisch provokant in den Twitterstream einfließen lässt, jedoch gleichzeitig durch die orthographische Darstellung ausdrückt, dass genau diese Belanglosigkeit die Stärke von Twitter ist. Es ist also nicht der Tweet selbst, sondern die Leidenschaft der Twitterer, die Musik hinter den Tweets und das Tempo dieses Dienstes, die Twitter verständlich machen – jenseits der 140 Zeichen.

Nienienienietzscheschesche hätte es vermutlich nicht besser ausdrücken können.

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

ConnectedMarketing.de

Twitteraturkritik….

Das schöne Wort Twitteraturkritik stammt nicht von mir, sondern von Steffen Büffel, der bei den Blogpiloten ein Interview mit @Bosch und @MSPRO geführt hat. Es geht um das neue Projekt Twitkrit, eine Seite, auf der es Literatur… na eben Twitteratu…

Gepostet von ConnectedMarketing.de am 28. April 2008 um 09:53.
Viva-Vino Biowein Blog

[...] gibt es jetzt bei twitkrit . Täglich soll ein tweet besprochen (z.B. der erste: "Friedrich Nietzsche trifft Twitter"), einmal die Woche ein Twitterer vorgestellt werden. Die Namen der Macher versprechen Kurzweil.Bei [...]

Gepostet von Viva-Vino Biowein Blog am 28. April 2008 um 10:48.
KMTO

Ich hätte nicht gedacht, daß der erste Beitrag den Nagel so dermaßen mit einem Schlag versenken könnte… Nach dem Twit “bin mir noch nicht sicher, was der erste Beitrag wird, habe aber Kandidaten” war ich gespannt und hab viele Tausend Twits durch den Kopf schiessen lassen. Was gibt es nicht alles in der Twitterwelt, dramatisches, humorvolles, inspiriertes… Aber ein Beitrag, der das Medium selbst in 140 Zeichen dermaßen gekonnt trifft – eben im Sinne der Poesie – ich hätte es niemals vermutet. Das hat den Effekt mehrfach erhöht:

der erste Blick: was ist das für ein Unsinn
der zweite Blick: Bedeutung im Hashtag?
der zweite zweite Blick: Bedeutung im Hashtag!!!
der dritte Blick: ich hatte es nur nicht verstanden
der vierte Blick: weil ich nicht Teil der onomato – Welt bin
der fünfte Blick: das ist exakt wie Twitter!
der sechste Blick: genial

Alle Welt denkt derzeit, wie banal Twitter doch ist. Erst wenn sie Teil der Twitterwelt werden, verstehen sie, wie tief die Bedeutung des scheinbar Banalen ist. Es ist nicht das geschriebene Wort. Es ist die Interpretation durch Menschen und vor allem die Fähigkeit Sprache viel weiter zu verstehen. Es findet in Communities statt, die man erst verstehen muss, bevor man ein vorschnelles Urteil fällt.

Wenn Twitter einen Nachteil hat, dann den: es verleitet zu vorschnellen Urteilen. Doch dann…

Gepostet von KMTO am 28. April 2008 um 14:49.